4 Anläufe, 2 Tage und viel Emotionen!

ich_lang_2048Krankenhausaufenthalte sind nie toll. Egal ob sie geplant sind oder nicht. Aber manchmal bleibt einem einfach nichts anders übrig. In unserem Fall haben wir die OP des großen Kleinen schon 3 Mal verschoben. Es war nur eine kleine Routine-OP, die aber einfach gemacht werden musste. Dennoch die Grundvoraussetzung war, dass er gesund ist. Kein Schnupfen, kein geröteter Hals, kein Husten und keine heisere Stimme. Einer Herausforderung bei einem 4jährigen der im Kindergarten mit unheimlich vielen Viren und Bakterien zu kämpfen hat!

Der ganze Winter lief super, keine großartigen Erkankungen, kein Schnupfen – nichts! Zwei Wochen vor der OP mussten die Anginabakterien seiner Schwester unbedingt in seinen Hals gelangen. OP Termin 1 wurde also abgesagt.

Bei OP Termin 2 kamen wir sogar bis ins Krankenhaus, aber die Ärzte wollten nicht operieren, weil er etwas Husten hatte. Somit fuhren wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause und hofften auf Termin Nummer 3.

Termin Nummer 3 war direkt nach unserem Urlaub am Meer. Doch auch das war nicht ideal, denn in einem Land mit Durschnittstemperatur von 40° Grad, gibt es auch reichlich Klimaanlagen. Das war der Körper des kleinen Mannes einfach nicht gewohnt und somit reagierte er mit einer heiseren Stimme. Also wurde dieser Termin auch verschoben und es glich schon einer unendlichen Geschichte.

Unglaublich aber wahr, Termin Nummer 4 klappte! Wobei er sich reichlich anstrengte um der Kinderärztin vorab zu beweisen, dass er hustete. Die Untersuchung hatte aber ergeben – er ist gesund, die geplante OP am nächsten Tag kann stattfinden! Juhu! Juhu? Naja, nicht wirklich …

Denn wenn man eigentlich nicht mehr damit rechnet, befasst man sich auch nicht wirklich mit dem Thema. Nach dem Einchecken im Krankenhaus wurde mir erst bewusst, dass ich mein kleines Baby in die Hände der Ärzte abgeben musste. Dass ich gar nichts tun konnte, außer einfach da zu sein. Dennoch beschloss ich tapfer zu sein. Tapferer als bei der ersten OP vor 3,5 Jahren wo ich ein heulendes Elend war.

a class=“imglink“ href=“http://fuenfmalzehn.at/wp-content/uploads/2014/09/Krankenhausschild.jpg“>Krankenhausschild
Am nächsten Tag war ich aber dann doch nicht so stabil wie ich hoffte. Der kleine Mann hat im OP Bereich Beruhigungszapferl bekommen um möglichst wenig mitzubekommen. Das muss eine unheimliche Droge sein, denn innerhalb von 5 Minuten konnte er kaum noch seinen Spielzeug-Traktor halten und nicht mehr aufrecht sitzen. Dafür lallte er als hätte er eine ganze Flasche Vodka auf einen Zug ausgetrunken und erzählte mir, dass ich plötzlich 4 Augen hätte. Alles ganz normal – sagte der Anästhesie Arzt. Normal? Für mich war das ganz und gar nicht in Ordnung! Was machten die Ärzte mit meinem Baby da? Meine Augen konnten die Tränen nicht mehr halten und ich war sehr froh, dass der Kleine das nicht mehr mitbekommen hat. Und dann war es plötzlich so weit, ein paar Männer und Frauen in Chirurgengrün holten meinen 4jährigen ab und schoben ihn mit samt des Bettes in den OP. Und ich musste den OP Bereich verlassen. Eine der längsten Stunden meines Lebens. Man sitzt da, kann nichts tun außer warten und hoffen dass alles gut geht. Dass der Kleine die Narkose verträgt, die OP so verläuft wie sie soll und danach alles so ist wie vorher.

Nach einer Stunde wurde ich wieder geholt, die OP war verrichtet – alles nach Plan sagten die Ärzte. Mein Baby lag da – im viel zu großen Bett – mit einer Sauerstoffmaske vorm Gesicht und schlief … tatsächlich wie ein Baby. Gefühlte 100 Schläuche hingen an ihm dran, ein Monitor zeichnete den Herzrhythmus auf. Ein Anblick den man als Mama und Papa nie sehen will …

Nach einer Zeit ist er aufgewacht, kannte sich nicht aus, konnte sich aber offensichtlich erinnern, dass ich ihm genau das vor der OP gesagt habe. Als er mich entdeckte war er zwar weiter unruhig, aber er wusste, die Mama ist da und alles wird gut. Er hatte Schmerzen, aber die Pfleger taten wirklich ihr bestes ihn gemeinsam mit mir zu beruhigen und nach einer kleinen Dosis Schmerzmittel konnte er sogar wieder lächeln. Dann erhielt er seinen größten Neuen Schatz – seine Tapferkeitsurkunde:

Tapferkeitsurkunde
Die hatte er sich auch wirklich verdient – er war unheimlich tapfer, hörte auf mich und vertraute mir.

Ein paar Stunden und ein weiteres Stündchen Schlaf später, war die Welt wieder in Ordnung. Er hatte kaum mehr Schmerzen und konnte am Abend sogar eineinhalb Nutellakipferl vertilgen. Ein unglaublicher Moment war, als die große Schwester ihn besuchte: er zog sie an sich, zeigte ihr sein Leid, sie kuschelte mit ihm und tröstete ihn. Und die Mama hatte – diesmal vor Rührung – wieder Pipi in den Augen.

Am nächsten Tag wurden wir entlassen – endlich war das Kapitel abgeschlossen. Die Naht musste nur noch heilen und damit war die Sache letztendlich erledigt! 4 Anläufe, 2 Tage und viele Emotionen! Endlich vorbei!

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