Wer suchet der findet!

Kennt ihr das, wenn man etwas sucht, von dem man sich ganz sicher ist, dass man es extra wohin gegeben hat, wo man es sofort wieder findet? Und dann sucht und sucht man und das blöde Ding ist nicht da, obwohl man sich 100%ig sicher war, dass man es dort hingegeben hat?

Mir geht es leider viel zu oft so. Mein Umfeld sagt immer, dass ich total strukturiert und ordentlich bin. Ich kann das leider nicht bestätigen. Grundsätzlich schau ich schon, dass gerade im Haus nicht zu viel Chaos herrscht, aber ich lebe ja nicht alleine, sondern mit 2 Kleinkindern, einem Mann und 2 Zwergkaninchen – wobei die am wenigsten Unordnung verursachen.

Es gibt allerdings drei Orte, da herrscht immer absolutes Chaos: mein Kleiderkasten, meine Handtasche (bitte wieso passt da auch soviel rein?) und mein Auto. Bei meinem Kasten hab ich die Ausrede, dass ich meist im Halbdunkeln meine Klamotten raussuchen muss, weil der Rest der Familie noch mützelt, während ich mich fertig mache. Meine Handtasche ist eigentlich nicht nur meine Handtasche, sondern anscheinend hat meine ganze Familie das Recht alle möglichen Dinge hineinzustopfen. Kann also schon vorkommen, dass ich mal bei einem Geschäftstermin statt meiner Visitenkarte ein Spangerl meiner Tochter oder einen Handschuh meines Sohnes herausfische. Und mir fällt sogar eine Begründung ein, warum mein Auto so furchtbar aussieht: der Müll und die leeren Trinkflaschen hüpfen einfach nicht von alleine in den Mistkübel.

Wie auch immer, es kommt auf jeden Fall relativ häufig vor, dass ich etwas suche, von dem ich überzeugt bin, es an einen bestimmten Ort hingelegt zu haben. Habe ich aber offensichtlich nicht, denn sonst wär es ja auch dort. Meist schreie ich dann nach meiner besseren Hälfte, denn er hat die beneidenswerte Eigenschaft völlig ruhig nach etwas zu suchen ohne gleich einen hysterischen Anfall zu bekommen, so wie ich. Ziemlich oft findet er dann das gesuchte auch noch recht schnell – zum Glück! Er ist also mein Held!

Zu Weihnachten war aber ich einmal die Heldin. Meine Tochter hat eine Barbiepuppe vom Christkind bekommen, mit der sie sofort gespielt hat. Während dem Spielen hat sie mich irgendwann gebeten, ihr beim Ausziehen des Barbie T-Shirts zu helfen. Gesagt getan, das T-Shirt habe ich neben mich auf das Sofa gelegt.

Barbie
Später am Abend, als unsere Gäste nach Hause gingen, war es dann Zeit fürs Bett und wir haben das gesammelte Spielzeug zusammengesucht und in die Kinderzimmer gebracht. Doch leider fehlte das Barbie T-Shirt. Wir haben überall gesucht … und wenn ich überall sage, dann meine ich überall. Nicht nur im Papiermüll, unterm Sofa, am WC, unterm Kasten, nein auch auch im Biomüll. Lecker. Alles haben wir auseinander genommen. Die Kinder fanden es toll, die hatten noch genügend Zeit zum Spielen. Sogar unsere Gäste, die ja soeben gefahren waren, haben wir angerufen und gefragt, ob irgendjemand versehentlich das Barbie T-Shirt mitgenommen hatte. Nein, natürlich nicht.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer erfolglosen Suche, war es dennoch Zeit fürs Bett. Ein mittleres Drama, denn das T-Shirt war ja nicht wieder aufgetaucht. Als wir so im Badezimmer stehen und ich gerade meine Tochter ausziehen will, entdecke ich unter ihrem Ballettkleidchen etwas rosa glitzerndes … Irgendwie ist das Barbie T-Shirt wohl mit dem Klettverschluss in ihrem Kleid hängen geblieben. Somit war die Tocher glücklich und wir haben uns zerkugelt vor lauter Lachen.

Manchmal sind die Dinge doch näher als man denkt…

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