Wie man sich als Rabenmutter fühlt …

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Ganz ehrlich … furchtbar ist das!!!

Folgende Situation: großes Mädchen fiebert seit fast 48 Stunden immer wieder über 39° und klagt über Halsschmerzen. Sohn krächzt und hat fast keine Stimme. Noch dazu kommt, dass eine Woche später ein lang geplanter OP Termin für den Sohn steht, für den man bereits diverse Voruntersuchungen und Fahrereien getätigt hat. Die OP steht somit auf der Kippe. Man hat aber dringende Termine in der Arbeit, eine ewig lange To Do Liste und viel zuwenig Pflegeurlaubs-Tage. Auch der normale Urlaub ist bereits verplant für stressfreie, erholsame Quality Time mit den Kindern. Somit kommen die Großeltern und pflegen die zwei kranken Zwerge und fahren sogar mit ihnen zum Kinderarzt!

Und dieses Gefühl ist absolut schrecklich. Man sitzt im Büro und kann sich letztendlich nicht auf die Arbeit konzentrieren. Selbst wenn man spontan wegfährt und alles liegen und stehen lässt – bis man durch die ganze Stadt durch ist, ist es zu spät.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ruft dann die Oma endlich an: Kinder haben Angina und die OP muss verschoben werden. Er bekommt definitiv keine OP Freigabe. Finde ich gut, dass unsere Kinderärztin hier so streng ist und mir fallen 1.000 Steine vom Herzen. Natürlich saublöd, dass wir die OP verschieben müssen, immerhin hängt ja ein immenser Organisationsaufwand an so einem Termin. Aber was solls, zum Glück haben wir flexible Großeltern und ich einen halbwegs flexiblen Job. Hauptsache den „Babies“ geht es bald besser!

Dennoch fällt mir das Loslassen in Situationen wie diesen sehr schwer. Ich kann die Kinder ruhig über Nacht bei der Oma oder meinem Mann lassen, ich weiß es geht ihnen gut, sie haben alles was sie brauchen. Und bei der Oma haben sie sowieso ein Luxusleben, denn die Oma widmet ihre Zeit ausschließlich den Kindern.

Aber wenn die Kinder krank sind oder irgendwas haben, dann brauchen sie doch ihre Mami! Ich glaube mir fällt es schwerer als ihnen zu akzeptieren, dass das nun nicht immer geht. Nach der Arbeit zu Hause angekommen, erfährt man, dass alles halb so schlimm war. Die Kinder sind wieder hyperaktiv, es ist so als hätten sie nie etwas gehabt. Sie sind nicht böse oder traurig, dass ich nicht da war. Ich hab dennoch ein schlechtes Gewissen. Immerhin sind es ja meine Babies und ich konnte nicht da sein! Geht das Gefühl irgendwann weg? Fühlt man sich irgendwann nicht mehr so schlecht, wenn man bei so einem Moment nicht bei ihnen ist? Arbeitet es in ihnen, dass die Mami nicht da war? Kinder lieben so bedingungslos, ihre Mama, die das allergrößte für sie ist, lässt sie im Stich! Ich weiß ja, sie sind gut aufgehoben, aber für mich fühlt es sich grausam an. Und obwohl ich die Hoffnung hatte, dass ich das am Ende dieses Posts anders sehe – es ändert sich nicht… Leider. Ich Rabenmutter. Ich liebende, leidende Rabenmutter mit zwei glücklichen, gesunden Kindern!

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